Cannabis und andere Drogen per Messenger bestellen

“Wer hat Cannabis?”: So funktioniert der Schwarzmarkt auf Telegram
Recherchen zeigen, wie der Messengerdienst zur Darknet-Alternative für Drogen, Filme und geknackte Accounts geworden ist. Obwohl die Polizei jederzeit zuschlagen könnte.

M. hat Ketamin, Cannabis, Koks und MDMA im Angebot. Auf Kunden wartet er ausgerechnet vor einem Regierungsgebäude in einem Berliner Kiez, an dem täglich Tausende Touristen vorbeispazieren. Wie man ihn findet, das verrät er auf Telegram. Auch wir haben ihn dort entdeckt. “Das Geschäft ist sehr lukrativ”, sagt der Dealer und bittet darum, im Artikel anonym zu bleiben, war ja klar.

“Wer hat Cannabis in Schöneberg?”, “Coca in Pankow JETZT???”, “Suche Mephedron rund um die Warschauer Str” – so in etwa sieht es in einer der geschlossenen Gruppen aus, in denen auf Telegram Drogen verkauft werden.

Interview mit Grasdealer SunriseWeeds

Cannabis bei SunriseWeed bestellen – sicher und anonym per email

Rund 2.000 Leute sind Mitglied in der Berliner Telegram-Gruppe, in der auch M. seine Kunden findet. Mehr als 100 Nachrichten werden am Tag in die Gruppe verschickt, die meisten sind Gesuche. Einige Mitglieder wie M. verkaufen selbst. Der Dealer sagt, auf Telegram könne er höhere Preise verlangen als im Darknet. Dafür liefert er die Ware für Berliner noch am selben Tag. Wer dringend etwas braucht, chattet ihn einfach an. Ob er keine Angst hat, aufzufliegen? Er verneint. In seine Telegram-Gruppe kämen nur Leute, denen man vertrauen kann.

Viele nutzen Telegram einfach als Alternative zu WhatsApp, ein praktischer Messenger mit Emojis und Stickern. Aber für Leute wie M. ist Telegram mehr als das: Die Chat-App ist in einzelnen Bereichen zur Alternative fürs Darknet geworden, ein von der Öffentlichkeit kaum beachteter Ort für illegale Geschäfte um Cannabis zu bestellen.

Willkommen auf der Alternative zum Darknet: dem Schwarzmarkt von Telegram

Wir haben recherchiert, wie der verzweigte Cannabis-Schwarzmarkt auf Telegram funktioniert. Die Recherche zeigt: In Dutzenden Channels und Gruppen auf Telegram lassen sich Hunderte offenkundig illegale Angebote finden. Nicht nur Drogendealer preisen hier ihre Waren an. Angeboten werden auch Zugangsdaten zu gehackten Accounts für Netflix, Spotify und Fortnite. In anderen Channels können Nutzer gratis Kinofilme downloaden.

Für Kunden und Dealer ist die Chat-App besonders praktisch: Der Speicherplatz ist kostenlos, es gibt keine lahmen Websites mit lästigen Pop-ups. Jeder kann anonym Channels eröffnen, Waren wie Cannabis anbieten und mit anderen schreiben. In Gruppen chatten alle Mitglieder miteinander, in Channels kann nur der Gründer Nachrichten verfassen und die Abonnenten sind stille Leser. Für die Recherche schalten wir die Notifications am Smartphone ab, denn täglich kommen Hunderte Nachrichten rein, mit Emojis und Bildern beworbene Angebote aus dem Schwarzmarkt von Telegram.

In den Schwarzmarkt vorgedrungen sind wir innerhalb weniger Stunden. Zuerst waren es öffentliche Channels, die sich durch Suchbegriffe in der App finden lassen. Telegram bietet dafür eine interne Suchfunktion. Sie liefert pro Anfrage aber nur drei Ergebnisse. Effektiver lassen sich Channels über spezielle Online-Verzeichnisse oder die Google-Suche finden. Weiter ging es Stück für Stück durch Empfehlungen, die in diesen Channels gepostet wurden. Viele Channels sind miteinander vernetzt und machen gegenseitig Werbung füreinander. Bald sah Telegram nicht mehr aus wie die WhatsApp-Alternative für den freundlichen Chat zwischendurch, sondern wie ein Darknet-Shop im Messenger-Format.

“Besser als Kokstaxi fahren”: Wieso Drogendealer auf Telegram setzen

In Berlin werden seit mindestens fünf Jahren Drogen in geschlossenen Telegram-Gruppen angeboten. So lange soll es zumindest schon die älteste von uns entdeckte Gruppe geben, wie Nutzer im Chat erzählen. Seitdem kann man auch Cannabis über Telegram bestellen.

Wer Drogen kaufen möchte, postet sein Gesuch und seinen ungefähren Standort in die Gruppe. Einer der vielen mobilen Dealer Berlins meldet sich dann per privatem Chat bei dem Mitglied und vereinbart ein Treffen. Der Admin der Gruppe gibt sich verschwiegen, als wir ihm schreiben. Nur, wer Probleme mit einem Dealer hat, kann sich an ihn wenden – die betreffende Person werde dann umgehend aus der Gruppe entfernt, berichten Nutzer.

Dealer M. vor dem Berliner Verwaltungsgebäude ist mit Telegram sehr zufrieden. Es ist Dienstagnachmittag und er hat gerade wieder Ketamin vertickt. Seine Kunden wissen genau, wo sie ihn finden, kein langes Suchen, keine unsicheren Blicke. “Für mich ist das praktisch, ich muss mich kaum mehr vom Fleck bewegen”, sagt er. Gefunden haben wir ihn, weil er seine Dienste selbst mit lustigen Emojis garniert in der Gruppe angeboten hat: “Heute wieder frisches Koks, Cannabis, Keta, XTC aus den Niederlanden!!!” Mit Chatnachrichten wie diesen erreicht er sofort Tausende Leute, die in seiner Nähe etwas suchen. Eine Privatnachricht genügt, und der Dealer verrät, wie man ihn einfach treffen kann.

Zu einem kleinen Interview erklärt er sich bereit, so lang wir keine weiteren Informationen über seine Person preisgeben. Seit ein paar Monaten erst nutzt er die Telegram-Gruppe zur Kundenakquise. “Ist doch besser als Kokstaxi fahren”, sagt er. “Ich kann auch höhere Preise nehmen.” Spitzenzeiten gebe es natürlich auch auf Telegram: “Mit Abstand am meisten hab ich am Freitagabend und Sonntagmorgen zu tun”, sagt er.

Hat er keine Angst vor der Polizei? “Ach, was”, sagt er. “Der Admin lässt eigentlich nur Leute in die Gruppe rein, die es ernst meinen und ich weiß ja auch, wie ein Zivilbulle aussieht.” Eine recht naive Einstellung. Denn um in seine Gruppe zu kommen, braucht es nur einen Einladungslink – und wer weiß, ob sie nicht schon längst unterwandert wurde.

Telegram ist nicht der sicherste Messenger auf dem Markt. Die Polizei könnte Gruppen und Channels theoretisch mit technischen Tricks abhören – und tut das auch, wie vergangene Recherchen belegen konnten.

“Das Phänomen des Drogenhandels über den Messenger-Dienst Telegram ist uns bekannt”, sagt der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) an der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Georg Ungefuk. Seine Behörde habe beobachtet, dass der Vertrieb per Chat oft parallel zum Handel über eine Darknet-Plattform laufe, so Ungefuk. Auf Telegram könne man wie auch auf anderen verschlüsselten Plattformen nur sehr eingeschränkt ermitteln. Deshalb setzen die ZIT und andere Behörden genauso wie im Darknet auf verdeckte Cannabis-Ermittler.

Tatsächlich ist Telegram nicht der sicherste Messenger auf dem Markt. Bei WhatsApp ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung automatisch aktiv. Bei Telegram muss sie für jeden privaten Chat einzeln aktiviert werden. Gruppen und Channels lassen sich auf Telegram wiederum grundsätzlich nicht Ende-zu-Ende-verschlüsseln. Das heißt, die Polizei könnte sie theoretisch mit technischen Tricks abhören – und tut das auch, wie vergangene Recherchen belegen konnten.


Nachbau aus einer Prozessmitschrift


Wenn das BKA Telegram überwacht, könnte das Protokoll in etwa so aussehen

Das BKA kann demnach geschlossene Chat-Gruppen auf Telegram mit einem Trick überwachen. Allein im Jahr 2015 hat die Behörde 32 Accounts mit einer Software ausgespäht, die heimlich ein weiteres Gerät registriert und die Nachrichten so abfangen konnte. Im Jahr 2017 hat das BKA das in mindestens neun abgeschlossenen Ermittlungsverfahren getan. Ein Jahr zuvor haben die Ermittler eine Neonazi-Gruppe auf Telegram ausgespäht.

Für die Dealer in Telegram-Gruppen und -Channels bedeutet das: Sie setzen für illegale Geschäfte auf eine unsichere Plattform. Kunden in Telegram-Drogengruppen müssen darauf hoffen, dass der Dealer daran denkt, den Modus “Privater Chat” beim ersten Kontakt einzuschalten. Warum nur setzen Kunden und Dealer überhaupt auf Telegram?

Ein Grund könnte das positive Image von Telegram sein. Die Firma gilt als verschwiegen. Das in Russland gegründete Unternehmen verrät nicht genau, wo seine Büros und seine Server stehen. Auf Anfragen von Medien und Polizeibehörden reagiert es ausweichend. Telegram-Gründer Pavel Durov ist aus Sorge vor russischen Ermittlern sogar ins Exil gegangen.

Es sind wohl auch ein paar technische Besonderheiten, die Telegram trotz allem attraktiv machen: Der Kontakt zwischen Kunden und Dealern läuft anonym ab. Im Gegensatz zu WhatsApp sehen einander fremde Nutzer nicht die Telefonnummer des anderen. Die Fotos von den angebotenen Drogen speichert Telegram auf seinen Servern, und wo die stehen, weiß nur Telegram.

Das ist praktisch für Dealer, denn sie müssen für das Marketing ihrer Produkte nicht erst ihren eigenen Webshop aufsetzen, dessen Server-Standort sie verraten könnte – oder eine versteckte Darknet-Website programmieren.

Offenbar überwiegen diese Vorteile für einige Dealer: Insgesamt haben wir acht lokale Telegram-Gruppen für Drogenhandel gefunden. Gedealt wird nicht nur in Berlin, sondern in mehreren europäischen Großstädten, unter anderem in den Niederlanden und in London. Die Gruppen haben zwischen 120 und 5.500 Mitglieder. In den Chats posten die Händler Bilder von großen Säcken voller Ecstasytabletten und kiloweise Heroin. Die Ware werde allerdings nicht verschickt, sondern mit dem Auto vorbeigebracht, schreiben die Dealer.

Auch mehrere bekannte Namen von Darknet-Händlern tauchen in den Telegram-Gruppen auf – vermutlich kein Zufall. Denn kürzlich hatte die Polizei in den Niederlanden einige große Darknet-Märkte auffliegen lassen. Ob die untergetauchten Dealer aber nun tatsächlich auf Telegram ausweichen oder ob sich Nachahmer ihres Namens bedienen, ist nur schwer zu überprüfen.

Doch selbst wenn sich die eine oder andere Darknet-Größe auf Telegram verirrt haben sollte: Die hyperlokale Telegram-Dealerei, die wir gefunden haben, konkurriert noch lange nicht mit dem systematischen Darknet-Handel, der dank Bitcoin-Zahlungen und Post auch Großkunden weltweit versorgt. Und selbst alle Darknet-Schwarzmärkte zusammen machen nur einen Bruchteil des europaweiten Drogenumschlags aus: Geschätzt 28 Milliarden Dollar setzt der klassische Drogenhandel ohne Internet jährlich um. Zum Vergleich: Auf dem bis zu seiner Abschaltung größten Darknet-Schwarzmarkt Wall Street Market wurden im Jahr nur rund 40 Millionen Euro umgesetzt.

Werden nach der jüngsten Unruhe im Darknet also ausgerechnet unsichere Messenger zum nächsten großen Schauplatz der Online-Kriminalität? Mehrere Berichte von Sicherheitsforschern legen das nahe. Sie ziehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ende großer Darknet-Marktplätze und dem stetigen Zulauf in Telegram-Gruppen. Neben Drogen werden dort aber auch andere illegale Waren angeboten werden – wie zum Beispiel Filme.

Telegrass: Der Messenger für Kiffer und Dealer
Telegrass

Der Messenger „Telegram“ gilt als anonyme Kommunikationsplattform – und wird deshalb gerne für illegale Aktivitäten genutzt. Der Telegram-basierte Dienst „Telegrass“ macht sich das zu Eigen und entwickelt sich innerhalb eines Jahres zum florierenden virtuellen Umschlagplatz für Cannabis in Israel.

Gründer des Cannabis-Messengers Telegrass ist der 33-jährige Amos Dov Silver, der seit zwei Jahren in den Vereinigten Staaten lebt und gebürtig aus Israel stammt. Sein Ziel: Die Legalisierung von Cannabis in seinem Heimatland. Dov Silver wurde aufgrund seines Aktionismus in der Vergangenheit in Israel zu zwei Haftstrafen verurteilt und lenkt die Geschicke seiner Drogen-Plattform nach Verbüßen der Strafen nun aus den USA.


Telegrass: Prüfsystem für Drogen

Dov Silver schätzt, dass per Telegrass täglich Cannabis im Marktwert von rund einer Million Euro über den digitalen Ladentisch wandern. Bevor Telegrass im März 2017 startete, kaufte Dov Silver sein Gras selbst noch via Facebook – und lernte so den wichtigsten Grundsatz für sein späteres Geschäft: Sicherheit.

„Die Telegrass-Gemeinschaft wurde gegründet, um den Bedarf einer kohärenten Gemeinschaft von Cannabiskonsumenten in Israel zu decken.“ (Übersetzt von telegrass.co.il)

Das Erfolgsrezept hinter Telegrass besteht aber nicht nur aus Sicherheit, sondern auch aus Transparenz für Konsumenten und Dealer – das schätzen nach Angaben von Dov Silver gegenüber Business Punk aktuell 150.000 User und circa 3.000 Verkäufer. Was sich nach einem seriösen Geschäftsmodell für eine große Handelsplattform anhört, ist auch also solches gemeint: Das Prüfsystem beinhaltet die regelmäßige Verifikation der Profile und Ausweise der Nutzer – inaktive Nutzer werden dabei gelöscht – sowie ein öffentlich einsehbares Bewertungssystem, das die Qualität der angebotenen Waren gewährleisten soll. Betrügern drohen außerdem Strafen; wer also zum Beispiel gestreckte Rauschmittel verkauft, läuft Gefahr, dass Name, Anschrift und Foto veröffentlicht werden – ein Druckmittel, das wirkt. Die Facebook-Seite von Telegrass wird derzeit mit 4,8 von 5 Sternen bewertet.

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Business Punk zufolge, plant der Telegrass-Gründer fleißig für die Zukunft: Telegrass soll wachsen, international werden und technisch nachrüsten. Auch die Einbindung von Kryptowährung ist im Gespräch – aber allem Erfolg zum Trotz sollte klar sein: Das Unternehmen ist nicht im Handelsregister eingetragen und das aus gutem Grund.

1 Berlin 3.440.991 891,70 3.837 Deutschland Deutschland
2 Wien 1.840.573 414,87 4.437 Österreich Österreich
3 Hamburg 1.746.342 755,22 2.312 Deutschland Deutschland
4 München 1.407.836 310,74 4.531 Deutschland Deutschland
5 Köln 1.034.175 405,16 2.553 Deutschland Deutschland
6 Frankfurt am Main 701.350 248,31 2.824 Deutschland Deutschland
7 Stuttgart 604.297 207,36 2.914 Deutschland Deutschland
8 Düsseldorf 598.686 217,41 2.754 Deutschland Deutschland
9 Dortmund 575.944 280,71 2.052 Deutschland Deutschland
10 Essen 569.884 210,30 2.710 Deutschland Deutschland
11 Bremen 548.547 325,56 1.685 Deutschland Deutschland
12 Leipzig 531.582 297,37 1.788 Deutschland Deutschland
13 Dresden 530.754 328,31 1.617 Deutschland Deutschland
14 Hannover 518.386 204,14 2.539 Deutschland Deutschland
15 Nürnberg 498.876 186,46 2.676 Deutschland Deutschland
16 Duisburg 486.855 232,80 2.091 Deutschland Deutschland
17 Zürich 404.783 91,88 4.046 Schweiz Schweiz
18 Bochum 361.734 145,66 2.483 Deutschland Deutschland
19 Wuppertal 343.488 168,39 2.040 Deutschland Deutschland
20 Bielefeld 328.864 258,82 1.271 Deutschland Deutschland
26 Straßburg 274.394 78,26 3.506 Frankreich Frankreich
27 Graz 286.292 127,46 2.056 Österreich Österreich
43 Linz 200.841 95,99 2.000 Österreich Österreich
48 Basel 174.491 22,75 7.670 Schweiz Schweiz
60 Salzburg 150.887 65,64 2.224 Österreich Österreich
66 Innsbruck 130.894 104,91 1.209 Österreich Österreich
65 Bern 128.848 51,60 2.497 Schweiz Schweiz
80 Luxemburg 111.287 51,50 2.163 Luxemburg Luxemburg
81 Mülhausen 110.755 22,18 4.993 Frankreich Frankreich
85 Bozen 105.713 52,30 2.021 Italien Italien
86 Winterthur 105.676 52,30 1.553 Schweiz Schweiz

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Gründer des Telegrass- Cannabismarktes entkommt der Polizei in der Ukraine


Amos Dov Silver sollte an Israel ausgeliefert werden, nachdem das ukrainische Oberste Gericht seine Berufung am Donnerstag zurückgewiesen hatte.

Amos Dov Silver, der Gründer des als Telegrass bekannten Massenhanfvertriebsnetzes, entkam der Strafverfolgung in der Ukraine über Nacht Donnerstag vor seiner Auslieferung an Israel, sagte die israelische Polizei am Freitagmorgen.

Silber entkam Stunden, nachdem das ukrainische Oberste Gericht dem Antrag Israels auf Auslieferung zum Prozess zugestimmt hatte, wo er mit Anklagen wegen der Durchführung einer kriminellen Operation konfrontiert ist.

Berichten zufolge entkam Silber den ukrainischen Polizisten kurz vor dem Einsteigen in ein Flugzeug nach Tel Aviv. Kanal 12 sagte, dass Silber verriegelt war, sobald die Beamten seine elektronische Überwachungsvorrichtung entfernt hatten, damit er durch den Metalldetektor gehen konnte.
Er wurde zuletzt auf dem Weg durch die Duty Free auf dem Flughafen Kiew gesehen.

Ukrainische Sicherheitskräfte durchsuchten den Flughafen nach Silber mit einem Foto, auf dem er kurz vor seinem Verschwinden aufgenommen wurde. Lokale Polizeibeamte wurden zitiert, als sie sagten, sie glaubten, dass Silver bald gefasst werden würde.

Die Haaretz-Tageszeitung berichtete, dass Israel beabsichtigte, einen Strafverfolgungsbeamten zu entsenden, der Silver auf der Reise nach Israel begleiten sollte, aber es versäumte, einen rechtzeitig für seinen Flug am Freitagmorgen zu schicken.

Die israelische Polizei sagte, sie sei in Kontakt mit ihren ukrainischen Kollegen und folgte den Bemühungen, ihn zu fassen.

Im April reichten Staatsanwälte Anklage gegen 27 Personen ein, die der Beteiligung an Telegrass verdächtigt werden. Die Polizei hat den virtuellen Marihuana-Marktplatz, der über die Telegram-Messaging-Anwendung betrieben wurde, mit der Verhaftung von 42 verdächtigen Mitgliedern in Israel, den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Deutschland, darunter Gründer Amos Dov Silver, effektiv abgeschaltet.

Die Verdächtigen wurden wegen verschiedener Verbrechen angeklagt, darunter Drogenhandel, der zur Kriminalität eines Minderjährigen beiträgt, Besitz von anderen Drogen als zum persönlichen Gebrauch, Behinderung der Justiz, Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Nach der Anklageschrift arbeiteten die Manager des Netzwerks daran, ihre Einnahmen durch den Einsatz digitaler Währungen wie Bitcoin zu verstecken.

In dieser Datei mit Foto vom 20. März 2018 ist die Website der Telegramm-Messaging-App auf einem Computerbildschirm in Moskau, Russland, zu sehen. (AP Foto/Alexander Zemlianichenko, Datei)
Während die Droge, die am vorstehendsten auf Telegrass verkauft wurde, Marihuana war, erklärte die Anklage, dass andere, ernstere Drogen einschließlich LSD und MDMA auch vermarktet wurden.

Die Staatsanwaltschaft schätzte, dass in den letzten zwei Jahren Hunderte von Millionen Schekel über das Netzwerk verteilt wurden, wobei die Verdächtigen zwischen mehr als 3.000 Drogenhändlern und etwa 200.000 Käufern vermittelt haben und dabei etwa 30 Millionen NIS (8,36 Millionen Dollar) abfielen.

Die Polizei befragte 90 Personen während einer einjährigen Untersuchung des Netzwerks, 50 davon als Verdächtige. Sie erhielten Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden in den Vereinigten Staaten, Deutschland, der Ukraine, Rumänien, Frankreich und den Niederlanden.

Im Februar 2018 wurde die vollständige Liste der rund 3.500 Telegrass-Händler online durchgesickert, einschließlich Namen, persönliche Daten und belastende Videos.

In den Jahren vor seiner Verhaftung war Silver, der Telegrass-Gründer, ein Aktivist für die Cannabis-Legalisierung, darunter die Organisation der Big Bong Night 2014 – ein kühner Cannabis-Legalisierungsprotest vor der Knesset in Jerusalem.

Im März schrieb Silver aus seinem ukrainischen Gefängnis einen Brief an die israelische Polizei und sagte: “Du kannst meinen Geist brechen und vielleicht sogar meine Seele zerstören, aber du machst einen schrecklichen Fehler. Das verzerrte und bizarre Bild, das du zu malen versuchst, während du meine Grundrechte verletzt und mit Füßen trittst, um mich für ein Verbrechen zu verurteilen, das ich nie begangen habe,[ist dazu bestimmt zu scheitern].”

Israel hat in den letzten Jahren Schritte unternommen, um medizinisches Cannabis zur Verfügung zu stellen, und steht kurz davor, ein wichtiger Exporteur der Kultur zu werden. Der Freizeitkonsum der Droge ist nach wie vor illegal, obwohl Politiker – darunter Premierminister Benjamin Netanyahu – kürzlich erklärten, sie würden eine Lockerung der Durchsetzung in Betracht ziehen.