Überführt bei Drogenkauf im Darknet – Angeklagter gesteht

Pforzheim. Das Schöffengericht am Pforzheimer Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Udo Pawlischta hat den wegen vorsätzlichem unerlaubten Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln angeklagten Daniel F. (Name geändert) zu einem Jahr Haftstrafe auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Der 40-jährige Deutsche aus Pforzheim hatte gestanden, zweifach im Darknet Betäubungsmittel gekauft zu haben und gab auch den Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu.

Die Polizei kam ihm durch den Erwerb von Betäubungsmitteln im Darknet auf die Schliche. Dem Angeklagten erschien eine Bestellung im Internet zunächst einfacher und günstiger. Doch sowohl die Bestellung von 65 Gramm Amphetamin im Januar 2018 als auch eine zweite Bestellung von 57 Gramm Amphetamin kurze Zeit später kamen nie bei ihm an. Stattdessen durchsuchte die Polizei Anfang August vergangenen Jahres seine Wohnung in Pforzheim und fand Marihuana, Ecstasy und LSD im Wohnzimmer sowie eine Line Amphetamin in der Tasche des Angeklagten. Insgesamt wurden 57 Gramm Marihuana und 119 Gramm Amphetamin sichergestellt. Der Angeklagte gab an, dies sei alles nur zum Eigengebrauch. Zu Gunsten dieser Aussage spricht, dass keinerlei Verpackungsmaterialien in seiner Wohnung gefunden wurden.

Durch einen kräftezehrenden Sorgerechtsstreit sowie beruflichem Stress habe dem Vater eines zweijährigen Kinds „der Kaffee irgendwann nicht mehr gereicht“. Er rauchte morgens zur Beruhigung Cannabis und glich den Konsum tagsüber mit Amphetamin aus.

Rechtsanwalt Cornelius Schaffrath sieht in der Hausdurchsuchung das „Große Erwachen“ seines Mandanten. Er habe ab diesem Zeitpunkt sein Leben neu überdacht und aufgehört, Drogen zu konsumieren. Der Angeklagte sei froh, nach über 20 Jahren Cannabis-Konsum den Absprung geschafft zu haben und berichtet von positiven Entwicklungen, sowohl privat als auch beruflich. Bereits im Dezember letzten Jahres begann er freiwillig ein Drogenkontrollprogramm, um seine Abstinenz zu beweisen. Zusätzlich habe er sich Hilfe bei der Drogenberatung geholt.

Der Staatsanwalt Sven Baumgart forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat sowie einer Geldstrafe von 1000 Euro für den Angeklagten. Er wies auf die mehrfachen Vorstrafen von Daniel F. hin. Dieser war bereits im Jahr 2003 wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und sowohl 2005 als auch 2017 wegen dem Besitz von Betäubungsmitteln verurteilt worden.

Nachdem sich Richter Pawlischta einen Überblick über die finanzielle Situation und die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten gemacht hatte, fällte er ein etwas milderes Urteil. Das vollumfängliche Geständnis, die negativen Drogenscreenings sowie die relativ geringe gefundene Menge an Drogen wirkten sich mildernd auf das Urteil aus und der Richter erstellt eine positive Sozialprognose für den Angeklagten.

Dieser versichert mit seinen letzten Worten: „Sie werden mich hier nicht wieder sehen“. Eine Restskepsis, ob der Angeklagte den Absprung tatsächlich geschafft habe, verbleibe dennoch, so Pawlischta.

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