100 000 Euro in bar und Schusswaffe sichergestellt: 40 Kilo Drogen bei Razzia gefunden

Bei einer großangelegten Drogenrazzia haben 150 Polizisten in Halle und im Saalekreis rund 40 Kilo Drogen beschlagnahmt sowie Waffen und jede Menge Drogengeld sichergestellt.

Polizeisprecherin Antje Hoppen: „Wir haben Wohnungen und Garagen durchsucht. Beschlagnahmt wurden insgesamt 36,5 Kilo Marihuana, neun Kilo Amphetamin, über 400 Gramm Kokain, etwa 2,6 Kilo Ecstasy-Tabletten und über 500 Gramm Haschisch.“

Die Polizei stellte insgesamt fünf Pistolen sicher

Vorangegangen waren Ermittlungen im so genannten Darknet. Dabei waren die Beamten auf die Spuren von acht Deutschen gestoßen, die das Gift sowohl im Darknet, als auch per Post an ihre Kunden verschickten.

Hoppen: „Sieben von ihnen wurden bei dem Einsatz vorläufig festgenommen, bis auf einen bereits alle polizeibekannt.“

Die Beamten stellten jede Menge Drogen sowie Schusswaffen und über 100 000 Euro in bar sicher

Offenbar führen die Verdächtigen ihre Geschäfte schon seit längerem. Denn neben fünf scharfen Pistolen, Messern, Elektroschockern und Schlagringen stießen die Ermittler auf über 100 000 Euro Bargeld und auf Kryptowährungen im Wert von umgerechnet knapp 400 000 Euro!

Die Zunahme des Drogenhandels im Darknet – einer Plattform für illegale Geschäfte, in der Nutzer anonym bleiben – stellt aus Sicht des Frankfurter Suchtforschers Heino Stöver nicht nur eine Herausforderung für die Drogenhilfe dar, sondern macht auch eine Neuorientierung der Drogenpolitik erforderlich. Dabei plädierte der Wissenschaftler der Frankfurt University of Applied Sciences gestern für „Regulierung statt Repression“.

Stöver bezog sich nicht nur auf die jüngsten Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zur Drogenkriminalität, nach denen die sogenannte „konsumnahen Delikte“ mit 77 Prozent den größten Teil der Rauschgiftkriminalität ausmachten. Diese Ermittlungen bedeuteten einen „enormen Aufwand für Polizei und Staatsanwaltschaft“, lösten aber nicht das Problem der Organisierten Kriminalität. Auch im Darknet sei der Rauschgifthandel „hauptsächlich ein Endkundengeschäft“.

„Die Kriminalisierungswucht trifft die Konsumenten“, sagte Stöver, der als Beispiel für eine machbare Regulierung Kanada nannte. Notwendig sei allerdings ein „geschlossenes System“, in dem Anbau, Produktion und Handel ebenso geregelt sein müssten wie die Alters- und Zugangskontrollen in den Geschäften.

Leichtes Spiel für Minderjährige

Von der zunehmenden Verlagerung des Drogenhandels ins Internet erwartete Stöver, dass der Zugang Minderjähriger zu Drogen eher noch erleichtert werde: Gerade junge Menschen verfügten über das Wissen, wie sie sich anonym im Internet bewegen können. Laut Kriminalstatistik wurden im Jahr 2017 mehr als 2500 Fälle von Drogenkriminalität im Darknet erfasst – ein Anstieg um etwa 24 Prozent. Zwei der zu diesem Zeitpunkt größten Darknet-Marktplätze für Drogen wurden Mitte 2017 abgeschaltet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

83 − 82 =