Niederländische Polizei beschlagnahmt 10.000 Ecstasy-Pillen bei einer Razzia

Eine Untersuchung unter der Leitung deutscher Zollfahnder führte zur Verhaftung eines mutmaßlichen Drogenhändlers aus dem Dunkelnetz in den Niederlanden. Die Behörden haben den Verdächtigen beschuldigt, in mindestens 3.000 Einzelfällen verschiedene illegale Substanzen verkauft zu haben.

Das Zollfahndungsamt in Frankfurt gab die Verhaftung eines 32-jährigen Niederländers wegen angeblicher Verstöße gegen eine Reihe von Drogendelikten bekannt. Wie angekündigt, ermittelt das Zollfahndungsamt seit dem Sommer 2018 gegen den mutmaßlichen Drogenhändler. Nachdem die Zollfahnder genügend Beweise gesammelt hatten, um die kriminelle Aktivität einem einzigen Akteur zuzuordnen, arbeiteten sie mit weiteren Ermittlern der Zentralen Kontaktstelle Cyberkriminalität (ZAC) in Nordrhein-Westfalen zusammen. Das Zollfahndungsamt leitete die Untersuchung eines Anbieters von Dark Web Ecstasy ein, stellte aber bald fest, dass der verdächtige Anbieter ein vielfältigeres Portfolio hatte, als er ursprünglich vermutet hatte.

Kurz nachdem die deutschen Ermittler die Untersuchung der Quelle einer Reihe beschlagnahmter Pakete eingeleitet hatten, erfuhren sie, dass der mutmaßliche Dark Web-Anbieter in den Niederlanden lebte. Beamte des Zollfahndungsamtes in Frankfurt wandten sich an die Strafverfolgungsbehörden in den Niederlanden, um die Ressourcen der niederländischen Ermittler zu nutzen. Deutsche Zollfahnder leiteten die Untersuchung als Reaktion auf eine Reihe von beschlagnahmten Verpackungen oder Drogen ein. Die Ermittler erfuhren, dass die Pakete von Postämtern im deutschen Kleve verschickt wurden. Bei weiteren Untersuchungen erfuhren die Ermittler jedoch, dass der verdächtige Verkäufer keinen Wohnsitz in Kleve oder anderswo in Deutschland hatte.

Die niederländischen Behörden schlossen sich der Untersuchung an, nachdem deutsche Ermittler erfuhren, dass der verdächtige Verkäufer anscheinend kein Zuhause in Kleve hatte. Stattdessen, nicht anders als eine beträchtliche Anzahl von kürzlich verhafteten niederländischen Dark Web-Anbietern in unabhängigen Fällen, soll der verdächtige Anbieter angeblich von seinem Haus oder seiner Werkstatt in den Niederlanden nach Kleve, Deutschland, gereist sein, um Pakete mit Medikamenten zu versenden. Wie der Deutsche Zoll mitteilte, hat der angebliche Dark Web-Anbieter Pakete an Kunden weltweit verschickt. Die Mehrheit der von den Behörden identifizierten Kunden lebte jedoch in Deutschland.

Deutsche Behörden haben den verdächtigen Anbieter “trotz der Anonymisierung durch das dunkle Netz” identifiziert, so eine gemeinsame Pressemitteilung der Kölner Staatsanwaltschaft und der Zollfahndung in Frankfurt. Die zentrale Kontaktstelle Cyberkriminalität spielte bei der Untersuchung eine wesentliche Rolle. Die Besonderheiten ihrer Rolle wurden jedoch nicht öffentlich bekannt gegeben. Die Methode, mit der sie den Lieferanten deanonymisiert haben, wurde in der Pressemitteilung als “taktische Untersuchungsmaßnahme” beschrieben. Die “taktische Untersuchungsmethode” führte zur Live-Überwachung des verdächtigen Drogendealers in seiner Wohnung und seinem “Ferienhaus” in den Niederlanden. Die Ermittler beobachteten auch die verdächtige Reise von den Niederlanden nach Kleve, Deutschland, um Pakete mit kontrollierten Substanzen zu versenden.

Am 11. Dezember durchsuchte die niederländische Polizei die Wohnung des mutmaßlichen Dark Web Verkäufers und sein sogenanntes “Ferienhaus”. Beamte in Deutschland und in den Niederlanden koordinierten ihre Operationen am Tag der Razzien; die Polizei in den Niederlanden alarmierte die Polizei in Deutschland, nachdem der mutmaßliche Anbieter des dunklen Internets sein Haus mit Medikamentenpaketen im Auto verlassen hatte. Die deutsche Strafverfolgungsbehörde wartete darauf, dass der Verdächtige die Pakete in Kleve zurückgab. Als der Niederländer mit Drogenpaketen ankam, nahm ihn die deutsche Polizei wegen Verstoßes gegen eine Reihe von Gesetzen fest.

In der Wohnung des Verdächtigen in den Niederlanden fand und beschlagnahmte die Polizei mehrere Kilogramm Drogen, mehr als 10.000 Ecstasy-Pillen, Verpackungsmaterial, Laborgeräte und andere verwandte Beweise. In der Wohnung befand sich auch ein provisorisches Labor. Wie die Koelner Staatsanwaltschaft mitteilte, fand die Polizei fast die Haelfte der Ecstasy-Pillen in einer Waschmaschine. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft weigerte sich, zu den Besonderheiten der Untersuchung Stellung zu nehmen, die in den Pressemitteilungen nicht behandelt wurden. Die Sprecherin wies darauf hin, dass dieser Fall aus mehreren Gründen von Bedeutung sei. Einer dieser Gründe war die Effizienz der Ermittler; die Strafverfolgungsbehörden in zwei Ländern arbeiteten zusammen und erwischten in weniger als einem Jahr einen produktiven Dark Web Anbieter.

Die Untersuchung läuft noch, und die Ermittler versuchen wahrscheinlich, einige der 3.300 Kunden des angeblichen Anbieters zu identifizieren.

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