Münster: Per Post vertriebene Drogen

Die Polizei hat erneut einen der Kuriere verhaftet, der angeblich Briefe mit Marihuana und Amphetaminen in öffentlichen Briefkästen für Händler aus den Niederlanden versandt hat. Das unterstellen Ermittler und die Staatsanwaltschaft – seit Mittwoch hört das Landgericht Münster den Fall eines 26-jährigen Mannes aus Almelo, der in Gronau arbeitete und seinen Wohnsitz hat.

Zwischen September 2017 und Januar dieses Jahres soll der Niederländer, der in Gronau als Lkw-Fahrer arbeitet, bis zu 2800 Luftpolsterbriefe mit insgesamt bis zu 45 Kilogramm Marihuana und 38 Kilogramm des Stimulans Amphetamin gegen Geld an Briefkästen in Gronau, Bentheim und Uelsen verteilt haben.

Bestellungen über Darknet

Empfänger seien Menschen “aus dem In- und Ausland”, so die Staatsanwaltschaft zu Beginn der Verhandlungen, die über ebenso illegale Versorgungsseiten Drogen illegal im Internet übers Darknet bestellt habe. Der 26-Jährige bezeugte am Mittwoch, dass er von Geldgebern in Almelo Beutel mit 40 bis 50 Kuverts und in Enschede bis zu 120 Kuverts erhalten und auf dem Weg zur Arbeit auf deutscher Seite “ein- bis dreimal pro Woche” eingeworfen hatte. In Gronau verwendete er Boxen in der Franz-Kerkhoff-Straße, der Gildehauser Straße und dem Wöltermannweg.

Nach Aussage eines Zeugen an die Polizei Borken sei der junge Familienvater aufgespürt worden. Dann wurde er beobachtet, sein Telefon abgehört, und vor seiner Wohnung und in der Hauptpost in der Gronauer Innenstadt gefilmt.

Die Polizei konnte bisher nur wenige Personen ermitteln, die über das Darknet und Kuriere am Drogenhandel beteiligt waren. Der Kriminalist sagte in diesem Fall, dass sie derzeit nach einem der Kunden suchen, die der 26-Jährige namentlich genannt hatte. Er sagte, er gehöre zu “einem Umfeld von Marokkanern in Holland, die sich seit Jahren mit diesem Verkauf beschäftigen”.

Die Dealer haben einen neuen Weg gefunden, ihre Waren noch sicherer an ihre Kunden zu versenden. Das macht der Polizei das Leben schwer.
Drogendealer sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Sie haben die Post entdeckt, um ihre Medikamente direkt an ihre Kunden zu schicken. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag sagte Generalstaatsanwältin Barbara Vogelsang: “Der Drogenhandel verlagert sich zunehmend auf das Internet. Das merken wir schon seit einigen Jahren.” Auf diese Weise müssen die Händler noch weniger in die Öffentlichkeit und sind noch schwieriger zu fangen.

Wo die Anonymität aufhört

Laut ihr können im Darknet alle Arten von Drogen in allen erdenklichen Mengen bestellt werden. Die Verfahren sind vergleichbar mit Ebay oder Amazon: Die Verkäufer werden bewertet und erhalten Noten für ihre Zuverlässigkeit, bezahlt mit Bitcoins. Dennoch gibt es einen Schwachpunkt für Kunden und Händler: Trotz aller Anonymität müssen die Kunden ihre Adresse angeben, um die bezahlte Ware zu erhalten.

Barbara Vogelsang wollte nicht verraten, wie genau Polizisten und Staatsanwälte die Täter untersuchen. Beweise für die Verhaftung von drei verdächtigen Schmugglern im Juni deuten jedoch darauf hin, dass verdächtige Versender beschattet werden. So beobachteten die Beamten am 6. Mai in Enschede die Übergabe von zwei Paketen mit 6300 Ecstasy-Pillen und zehn Kilo synthetischen Drogen an Schmuggler. Sie verfolgten den Mann, der die Pakete zu seinem Haus brachte, verhafteten ihn dort und entdeckten weitere Pillen, 125 Kilo andere Medikamente und Vakuumgeräte, unter anderem.

Grenzüberschreitende Untersuchungen

Die Verfahren der deutschen Ermittler sind jedoch umständlich: Sie werden dadurch erschwert, dass die Absender in der Regel in den Niederlanden wohnen und die verschiedenen Behörden die deutschen und niederländischen Vorschriften koordinieren müssen. Die Staatsanwaltschaft ist mit solchen Fällen besonders beschäftigt, da Kuriere gerne deutsche Briefkästen entlang der Grenze nutzen, um sauber frankierte und adressierte Briefe an ihre Kunden zu senden. Beispielsweise umgehen sie den Zoll, der die Post kontrolliert.

Inzwischen würden aber auch Briefträger, die die Briefkästen leeren, einen Blick auf die illegale Post werfen. “Sie erkennen sie”, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Dies scheint jedoch wenig daran zu ändern, dass das Drogengeschäft für die Händler relativ sicher ist. Die Staatsanwaltschaft Münster meldet drei beschuldigte Kuriere, mehrere Kuriere und einen inhaftierten Absender und einen inhaftierten Absender. In den letzten zwei Jahren waren 3500 Postsendungen Gegenstand eines Verfahrens der Staatsanwaltschaft Münster.

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