Ermittlungen in Mönchengladbach: Fahndung: Tätergruppe versendet Drogen per Post

Fahndung: Tätergruppe versendet Drogen per Post

Mönchengladbach Von Mönchengladbach und dem grenznahen Umland wurden die Pakete weltweit verschickt. Der Handel wurde offenbar über das Darknet abgewickelt. Die Polizei fahndet nun nach den Tätern mit Bildern aus der Überwachungskamera.

Die Polizei Mönchengladbach ermittelt gegen eine Tätergruppe, die in Mönchengladbach und in der grenznaher Umgebung Pakete mit Drogen aufgeben. Die mutmaßlichen Dealer sollen mindestens seit 2016 agieren. Mehrfach konnten bereits Drogenpakete sichergestellt werden. Jetzt liegen der Polizei Videoaufnahmen von Überwachungskameras vor. Im Video ist ein Tatverdächtiger bei der Paketaufgabe abgebildet.

Die Ermittlungen der Polizei laufen bereits seit mehreren Monaten. Nach ersten Erkenntnissen soll es sich um eine größere Tätergruppe handeln. In den meisten sichergestellten Paketen wurden Amphetamine gefunden. Wie Polizeisprecherin Cornelia Weber sagte, wurden die Drogen von Mönchengladbach und dem Umland aus weltweit verschickt – unter anderem auch nach Brasilien. Wie viele aufgegebene Drogenpakete der Tätergruppe zugeordnet werden, kann noch nicht gesagt werden. Abgewickelt wurde der Drogenversand offenbar im Darknet. Im Internet gibt es viele Anleitungen, wie man auf der anonymen Plattform Drogen bestellen und verkaufen kann.

Urlaubskarte vom Komplizen an angeklagten Darknet-Dealer

Über Urlaubspostkarten von lieben Freunden freut sich eigentlich jeder. Bei diesem postalischen Gruß von den Philippinen war einiges anders als gewöhnlich: Die Ermittlungsbehörden haben mitgelesen und der Adressat sitzt in Untersuchungshaft. Der Empfänger, ein 29-jähriger Mann aus Buxtehude, steht derzeit vor dem Landgericht Stade, weil er mit zwei Komplizen zusammen einen schwunghaften Drogenhandel im Darknet betrieben haben soll. Es sind keine Kleinigkeiten, um die es geht. Insgesamt sind fast 2.000 Fälle von Drogenhandel angeklagt, so Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade.

Dass die Ermittlungsbehörden die Urlaubskarte mit großem Interesse gelesen haben, liegt daran, dass der Absender der mutmaßliche Haupttäter der Darknet-Drogendeals ist, nach dem intensiv gefahndet wird. Was die Ermittler interessant finden: Der Gesuchte soll geschrieben haben, dass es ihm leid tue, dass sein Kumpel im Knast sitze, dabei habe dieser doch gar nicht so viel Kriminelles getan. “Der Angeklagte hat allerdings ein Geständnis abgelegt”, so Breas. Seine Mitverantwortung am Gesamtgeschehen, das Trio soll im Monat rund 200.000 Umsatz gemacht haben, könne erst dann strafmildernd einfließen, wenn sich der Kartenschreiber stellen würde.

Nach ihm und einem ebenfalls flüchtigen Komplizen wird auf jeden Fall gesucht. Allerdings wird wohl keine Ermittlungsgruppe auf die Philippinen fliegen. “Das kann schließlich ein Fake-Absender sein”, sagt der Oberstaatsanwalt. Und auf die falsche Fährte wollen sich die Ermittler nicht setzen lassen.

Dem Buxtehuder drohen mindestens fünf Jahre Haft. Das ist die Mindeststrafe.

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