Villingen-Schwenningen Einfuhr und Handel mit Drogen mit fünf Jahren bestraft

Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren hat das Landgericht Konstanz einen 49-jährigen mehrfach einschlägig vorbestraften Mann aus Villingen verurteilt.

Das Gericht hielt die Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie der Beihilfe dazu in 13 Fällen und zweimaligen Drogenhandel für erwiesen. Wie berichtet, brachten der Angeklagte und eine bereits rechtskräftig verurteilte Bekannte zwischen Frühjahr 2016 und April 2017 eine Unmenge von Subotex-Tabletten (Mittel zur Entwöhnung bei opiodabhängigen Drogenkonsumenten) und mehr als hundert unter das Betäubungsmittelgesetz fallende Schmerzpflaster mit dem Wirkstoff Phentanyl aus dem Elsass nach Villingen. Sie ließen sich die Mittel dort von Ärzten verschreiben, lösten die Rezepte in Apotheken im Raum Colmar ein und schmuggelten die Tabletten und Pflaster im Audi der Lebensgefährtin des 49-Jährigen über die Grenze.

In zwei Fällen besorgte sich der Mann in Frankreich zudem Haschisch und einmal eineinhalb Kilogramm Amphetamin. Teile dieser Drogen verkaufte er über das “Darknet”.

In einer ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht Villingen im September vorigen Jahres hatte der langjährige Drogenkonsument im Rahmen einer Prozessabsprache alle Anklagevorwürfe eingeräumt. Nachdem er zu milden dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, legte die Staatsanwaltschaft Berufung am Landgericht Konstanz ein. Da nun eine wesentlich höhere Strafe zu erwarten war, wurde das Verfahren von der zuständigen Berufungskammer, die eine “Kleine Strafkammer” ist, an eine Große Strafkammer verwiesen. Das Amtsgerichtsurteil wurde damit hinfällig. “Wir starten noch einmal bei Los”, erklärte der Vorsitzende Richter zum Prozessauftakt. Der 49-Jährige war jetzt aber nur noch zu einem Teilgeständnis bereit. Haschisch habe er nur 290 Gramm eingeführt, und mit Amphetamin und dem Darknet habe er überhaupt nichts zu tun, behauptete er. Das Gericht hielt es aber für erwiesen, dass er sich auch in diesen Fällen schuldig gemacht, und zwei Mal Drogen über das Darknet verkauft hat.

Der Mann, der behauptete als Kiffer erst im Knast heroinabhängig geworden zu sein, sitzt bereits seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen ihn bleibt weiter bestehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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