Gefasst! Kölner Ermittler sicher: Darknet-Dealer vertickten Drogen und Bio-Waffen

Das ist ein echter Coup! Kölner Ermittler fassten eine gefährliche Gruppe von Darknet-Dealern, die sogar biologische Waffen vertickt haben sollen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) ermittelte zuerst im „Darknet“ gegen eine Tätergruppe, die im Netz mit Betäubungsmitteln, Chemikalien und sogar biologischen Kampfstoffen handelte.

Mitte des Jahres baten die Fahnder die Mitarbeiter der Spezialeinheit der Kölner Staatsanwaltschaft – die „ZAC NRW“ – um Hilfe. ZAC steht für Zentral- , und Ansprechstelle Cypercrime. Den Internetverbrecher-Jägern gelang es drei Verdächtige auszumachen. Zwei Brüder (33, 44) aus Hamm und einen Mann (26) aus Mölln (Schleswig-Holstein).

Am Donnerstagmorgen hatten die Ermittler genug Beweise zusammengetragen und schlugen zu. In beiden Städten wurden mehrere Wohnungen durchsucht, Chemikalien und weitere Beweismittel sichergestellt und die drei Tatverdächtigen verhaftet.

Dem Trio wird vorgeworfen, gemeinschaftlich im „Darknet“ die Betäubungsmittel Carfentanyl Hydrochlorid und Fentanyl Hydrochlorid in größeren Mengen und in einer Vielzahl von Fällen an andere User über diverse Underground-Economy-Plattformen verkauft zu haben.
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Online-Verbrecherjagd. Die „ZAC NRW“ ist für ganz Deutschland zuständig, wenn es um kriminelle Machenschaften im Netz geht.
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Carsten Rust (Archivfoto)

Einer der Beschuldigten ist zudem dringend verdächtig, mit biologischen Waffen (Botulinumtoxin) und mit chemischen Substanzen (Kaliumcyanid) gehandelt zu haben.

In den Wohnungen der Brüder in Hamm wurden mehrere Liter unbekannter Flüssigkeiten und mehr als ein Kilogramm pulverförmige Substanz in verschiedensten Gebinden, Feinwaagen, Folienschweißgerät, diverse Versandbehältnisse und Verpackungsmaterial in großem Umfang sichergestellt.
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Für die Vielzahl an Ermittlungsakten hat die Elitetruppe einen eigenen Raum. Hier füllen die Akten der Taten deckenhohe Regale.
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Carsten Rust (Archivfoto)

Erschreckend: Insbesondere Carfentanyl kann bereits ab einer Menge von zwei Milligramm bei Aufnahme über die Atmung oder die Haut tödlich sein, so dass besondere Herausforderungen zum Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte getroffen werden mussten.
Zusammenarbeit der Behörden

Neben den Kräften der Zollfahndungsämter Essen und Hamburg und der Hauptzollämter waren auch Spezialkräfte der Bundespolizei, die Landespolizeien sowie lokale Feuerwehren im Einsatz, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass gesundheitsgefährdende, toxische Stoffe aufgefunden werden.

Die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Essen unter Sachleitung der ZAC NRW dauern an.
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Seit Mitte 2017 ermittelte die „ZAC NRW“ gegen die Hintermänner im Darknet.
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Carsten Rust (Archivfoto)
Carfentanyl und Fentanyl

Hierbei handelt es sich um Opioide. Sie werden als Arzneimittel z. B. in der Schmerztherapie oder der Anästhesie eingesetzt. Aufgrund ihrer beruhigenden und dennoch euphorisierenden (Rausch-)wirkung werden sie aber auch als Drogen missbraucht. Sie haben ein enorm hohes Abhängigkeitsrisiko und können höchst gefährliche Nebenwirkun-gen auslösen. Gemäß der amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA) ist Carfentanyl etwa 100 Mal tödlicher als Fentanyl und etwa 3.000 bis 5.000 Mal tödlicher als Heroin.
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Die „Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime“ ist eine Abteilung der Kölner Staatsanwaltschaft.
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Carsten Rust
Botulinumtoxin

Dieser Stoff kann zur Herstellung von Nervengiften verwendet werden und ist daher im Kriegswaffenkontrollgesetz genannt. Es hemmt die Erregungsübertragung der Nervenzellen und beeinträchtigt das vegetative Nervensystem. Dies kann zu Muskelschwäche führen, bis hin zum Stillstand der Herz-Lungenfunktion und dem Tod. Einfuhr und Handel unterliegen besonderen Bestimmungen.
Kaliumcyanid (Zyankali)

Händler, die Kaliumcyanid vertreiben, haben gemäß Chemikalien-Verbotsverordnung (Chem-VerbotsV) eine Reihe von besonderen Pflichten und bedürfen einer Handelsgenehmigung.

 

Mann lässt sich Drogenbestellung schicken

Ein 31-Jähriger ließ sich sein Marihuana an eine Packstation schicken. Als ihn die Polizei dort festnehmen will, wählt er einen ungewöhnlichen Fluchtweg.

Vilshofen – Als ein 31-Jähriger sein online bestelltes Marihuana an der Packstation abholen will, wartet die Polizei schon auf ihn. Mit einem Sprung in die Donau flüchtete der Mann in Vilshofen (Landkreis Passau) vergangene Woche vor den Beamten, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dennoch gelang es, ihn zu identifizieren und seine Wohnung zu durchsuchen. Angaben zu den Tatvorwürfen wollte der 31-Jährige zunächst nicht persönlich machen.

Seit dem Frühjahr beobachteten die Ermittler die Aktivitäten des Verdächtigen im sogenannten Darknet. Dort bestellte er sich in mehr als 40 Fällen mit geklauten Kreditkartendaten hochwertige Markenartikel und Drogen. Auch die Zugangsdaten für die Packstationen besorgte er sich im Darknet, um bei der Abholung unerkannt zu bleiben. Nach ersten Erkenntnissen verursachte er gemeinsam mit einer 24 Jahre alten Komplizin einen Schaden von rund 10.000 Euro.

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