Darknet News der Woche

Um seiner Erkrankungen im Alleingang Herr zu werden, konsumierte ein 40-jähriger Mann aus Herdecke über einen längeren Zeitraum täglich Amphetamin. Die Droge kaufte er im „Dark­net“ – die im wahrsten Sinne des Wortes dunkle Seite des Internets. Dieser Erwerb brachte ihm jetzt ein Verfahren ein.

Um seiner Erkrankungen im Alleingang Herr zu werden, konsumierte ein 40-jähriger Mann aus Herdecke über einen längeren Zeitraum täglich Amphetamin. Die Droge kaufte er im „Dark­net“ – die im wahrsten Sinne des Wortes dunkle Seite des Internets. Dieser Erwerb brachte ihm jetzt ein Verfahren ein.

Im Jahr 2014, so erinnerte sich der Herdecker, war es für ihn „ganz normal, ein Gramm Amphetamin pro Tag“ zu konsumieren. Seinen Nachschub beschaffte er sich online – bei einem Großhändler aus Ostdeutschland, der selbst mittlerweile im Gefängnis sitzt. Als der Lieferant aufflog und Ermittler seine umfangreichen Datensätze auswerteten, kamen auch die Käufe des 40-Jährigen ans Licht. Er erwarb im Herbst 2014 in zwei Fällen insgesamt 35 Gramm der Droge.

Eine Art Therapie

Jetzt befasste sich das Amtsgericht Wetter mit den beiden Taten, und der Herdecker legte die Karten sofort auf den Tisch: „Ich habe damals Fehler gemacht, und ich stehe dazu. Mittlerweile habe ich mein Leben geändert, und ich nehme keine Drogen mehr.“ Der Konsum sei für ihn damals eine Art Therapie gewesen. Dann kam allerdings die Wende: „Weil ich gemerkt habe, dass es mich kaputt macht.“ Passend dazu legte er dem Gericht einen ärztlichen Bericht mit den entsprechenden Drogenscreenings vor – allesamt negativ.

Das offene Geständnis, das bis dato völlig leere Strafregister, der Zeitablauf und die erfolgreichen Bemühungen, dem Teufelskreis Sucht zu entkommen, sprachen für den angeklagten Herdecker. Indes wirkte sich die größere Menge, die er damals erwarb, strafschärfend aus. Für ihn endete das Verfahren mit 100 Tagessätzen à 15 Euro Geldstrafe, die der 40-Jährige umgehend akzeptierte. Der Appell des Richters zum Abschied bewies Anteilnahme und Respekt: „Machen Sie weiter wie bisher. Das ist ein guter Weg.“

 

 

Entführtes Model wieder zurück in Großbritannien

London – Ein britisches Model, das in Italien Opfer einer Entführung wurde, ist inzwischen wieder nach London zurückgekehrt. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Die 20-Jährige war der italienischen Polizei zufolge im Juli unter dem Vorwand eines Fotoshootings nach Mailand gelockt worden. Dort sei sie unter Drogen gesetzt und auf brutale Weise eine Woche lang festgehalten worden, um sie dann im sogenannten Deep Web an den Höchstbietenden für Pornodienste zu verkaufen. Ein 30-jähriger Pole, der in Großbritannien lebt, sei festgenommen worden.

 

Darknet Falschgeld-Händler wirft Computer in den Rhein

Im Darknet hatte der Angeklagte bei der Gruppe „Napoli“ Blüten bestellt. Für 20 gefälschte 50-Euro-Scheine bezahlte der 32-Jährige 450 Euro in Bitcoins. Diese virtuelle Währung ist bei Geschäften dort üblich. Das stellte sich in der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Siegburg heraus. Beim versuchten Weiterverkauf der Blüten im Darknet wurde die Polizei auf den Angeklagten aufmerksam.

„Mein Mandant gibt zu, dass er Blödsinn gemacht hat“, so Rechtsanwalt Frank Hatlé im Prozess. „Aber er ist kein Profi. Sonst wäre er nicht so dilettantisch vorgegangen. Es war ein einmaliger Ausrutscher.“ Allein der Kaufpreis von 450 Euro für 20 Scheine beweise, dass er keine Ahnung vom illegalen Handel mit Falschgeld habe.

Harte Strafe für Blüten-Händler

Richter Ulrich Wilbrand wollte das gerne glauben, doch er verwies darauf, das der Handel mit gefälschtem Geld ein Verbrechen sei, das der Gesetzgeber hart bestrafe. Bei einem Einbruch in eine Wohnung oder ein Haus liege die Mindeststrafe bei sechs Monaten. Wer falsches Geld in Umlauf bringe, müsse mit mindestens einem Jahr Gefängnis rechnen. So wichtig sei dem Gesetzgeber die Sicherheit der Währung.

Das Geschäft wickelte der Angeklagte in der Wohnung seiner Freundin ab. Dort lokalisierten die Fahnder seinen Anschluss. Es folgte eine erfolglose Hausdurchsuchung, weil der 32-Jährige den Computer in seiner Wohnung in Troisdorf hatte. Allerdings informierte ihn die Freundin über die Aktion der Polizei. Der Angeklagte fuhr daraufhin schnell zum Rhein, warf den Computer in die Fluten und verbrannte das Falschgeld, um Beweise zu vernichten.

 

Scheine haben schlechte Qualität

Doch das nutzte ihm nichts. Auf dem Foto im Darknet, in dem er die Blüten zum Weiterverkauf angeboten hatte, war ganz klar die Wohnungseinrichtung seiner Freundin zu erkennen. Dies wurde sogar bei den Verkaufsverhandlungen kritisiert, wie Wilbrand schmunzelnd Chatprotokolle vorlas.

„Ein Mixmezzo kritisiert hier, dass Ihr Verkaufsfoto mehr unwichtigen Hintergrund als klare Details des 50-Euro-Scheines zeigt“, so der Richter. „Und Canabinoit schreibt sogar, dass 99 Prozent aller gefälschten Scheine schlechte Qualität hätten.“ So wurde nichts aus dem Verkauf. Der Angeklagte wurde seine Scheine einfach nicht los.

Anwalt bittet um milde Strafe

„Für den Gesetzgeber spielt dies aber keine Rolle“, so Wilbrand. Der Straftatbestand des Handelns sei erfüllt. Und die Ausrede, dass der Angeklagte die Scheine nach Bezahlung gar nicht hätte versenden wollen, könne sogar noch als strafverschärfend gelten, weil dies die Planung eines Betruges gewesen sei. „Da bohren wir mal besser nicht weiter“, so der Richter.

Anwalt Hatlé bat um eine milde Strafe, da sein Mandant am Flughafen in einem Sicherheitsbereich arbeite und er durch eine Verurteilung seinen Arbeitsplatz verlieren könne. Der Staatsanwalt Dr. Andreas Riedel forderte neun Monate Haft wegen Handels mit Falschgeld in einem minderschweren Fall.

 

Haftstrafe auf Bewährung

Nach Beratung fällte das Schöffengericht sein Urteil. Acht Monate Haft auf Bewährung für einen Zeitraum von zwei Jahren. „In einem anderen Fall gab es vor einigen Wochen sechs Monate für den Handel mit drei Scheinen“, so Richter Wilbrand. Man müsse auch in der Rechtsprechung eine Vergleichbarkeit haben.

Ob er seinen Job jetzt behalte, müsse der Arbeitgeber entscheiden. „Das Aufsichtsamt hat schon bei mir angefragt“, erläuterte Ulrich Wilbrand. „Ich wollte mit der Antwort allerdings auf das Ergebnis der heutigen Verhandlung warten.“

 

Ermittler nehmen Darknet-Marktplätze Hansa Market und AlphaBay vom Netz

Ermittlern der US-Bundespolizei FBI, Dutch National Police und dem Bundeskriminalamt ist mit der Schließung der beiden Darknet-Marktplätze ein wichtiger Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Die Behörden konnten zudem viele tausend Nutzerdaten von Hansa Market sicherstellen. Die festgenommenen deutschen Betreiber von Hansa Market waren offenbar dieselben wie die der ebenfalls geschlossenen Plattform LuL.to.

Im Juli dieses Jahres wurde zunächst „AlphaBay“ von den Strafverfolgungsbehörden vom Netz genommen. Der Darknet-Marktplatz war mit 200.000 Mitgliedern und 40.000 Anbietern der größte Umschlagplatz für Drogen aller Art, Chemikalien, gestohlene Ausweispapiere, gefälschte Ware, Malware, Hacking-Tools und Schusswaffen. Seit der Eröffnung im Dezember 2013 sollen alleine auf diesem Marktplatz Waren im Wert von ungefähr einer Milliarde Dollar verkauft wurden sein. Gleichzeitig mit der Schließung der Internetplattform im Juli verhafteten Polizisten den in Thailand lebenden Gründer und Administrator der Website, einen 26-jährigen Kanadier.

Der nun ebenfalls geschlossene „Hansa Market“ war laut Behörden die Nummer drei im Darknet als Umtauschplatz für illegale Waren. Auf Hansa Market waren mehr als 350.000 illegale Waren im Angebot. Im Gegensatz zu AlphaBay aber keine Waffen und pornographischen Inhalte. Vor der Schließung von AlphaBay fanden auf Hansa Market täglich bis zu 1.000 Transaktionen pro Tag statt. Diese Zahl stieg nach der Schließung der Nummer 1 im Darknet auf 8.000 am Tag an. Die Schließung auch dieses Marktplatzes war somit ein wichtiger Schlag gegen kriminelle Aktivitäten im Darknet.

Betreiber von Hansa Market wohl dieselben wie von LuL.to

Die Plattform Hansa Market wurde, anders als AlphaBay, von zwei Deutschen betrieben. Betreiber sollen zwei 30- und 31- jährigen Deutschen gewesen sein. Offenbar handelte es sich um dieselben, die auch das kürzlich vom Netz genommene Portale LuL.to betrieben haben. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Nicht nur Nutzerdaten wurde diesmal sichergestellt, sondern auch viele unverschlüsselte Nachrichten zwischen Käufern und Verkäufern sowie Lieferadressen.

Die Behörden konnten deswegen so viele Informationen erhalten, weil sie bereits einen Monat vor Schließung der Plattform den Quellcode der Seite ändern und so 4 Wochen lang unverschlüsselt jeglichen Austausch zwischen Käufern und Verkäufern mitlesen konnten.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

− 1 = 5