Bewährungsstrafe: Student aus Bodenseekreis versorgt Region mit Drogen aus Darknet

Nach einer Prozessabsprache hat das Schöffengericht am Amtsgericht Konstanz einen 24-jährigen Studenten aus dem westlichen Bodenseekreis wegen Drogenhandels in 19 Fällen zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Wieder einmal war es das Darknet, das mit seinen ungeahnten Möglichkeiten direkt in die Kriminalität führte. Gedacht als Raum für Personen, die aus Furcht vor Verfolgung durch autoritäre Regime oder anderer Feinde in die Anonymität flüchten, ist es in der Öffentlichkeit hauptsächlich als Umschlagplatz für illegalen Waffen- oder Drogenhandel bekannt geworden. Auch der 24-jährige Angeklagte nutzte diesen Schattenbereich des Internets, in dem er sich unter zahlreichen fiktiven E-Mail-Adressen bewegte.

Zwischen Sommer 2014 und Februar 2015 kaufte der Angeklagte in einem Drogenshop für rund 37 000 Euro Drogen aller Art, die er in der virtuellen Währung Bitcoins bezahlte. Auch der Umtausch lief im Darknet über Personen, denen er real bei kurzen Treffen Euro in großen Scheinen überließ, um Zugang zum Internetgeld zu bekommen. Die in Postpakete verpackte Ware ließ er sich nach Hause oder an Packstationen im Studienort senden. Dafür verwendete er die Zugangsdaten anderer Personen, die sie ihm gegen Bezahlung überlassen hatten. So konnte er selbst anonym bleiben.
Student machte auf “Big Spender”

Mit jeder Menge Ecstasy-Tabletten, Speed, Kokain und Haschisch trat er in den Clubs im Umland als der “Big Spender” auf. Dabei machte er im Verlauf von acht Monaten rund 100 000 Euro Gewinn. Das Geld habe er beim Feiern “verprasst” und in neue Drogenkäufe investiert, behauptete er. Für sein Studium hatte er kaum noch Zeit.

Nachdem die Geschäfte so gut liefen, engagierte der Mann später Zwischenhändler, welche die Drogen unter die Leute brachten. Im März vorigen Jahres stand die Polizei vor seiner Tür. Der im Raum Leipzig lebende Betreiber des Drogenkiosks im Darknet war aufgeflogen. Mit einer sorgfältigen Buchführung hatte er ganze Arbeit für die Kripo geleistet. Anhand seiner Aufzeichnungen konnten bundesweit zahlreiche Strafverfahren gegen seine Kunden eröffnet werden. So auch gegen den 24-Jährigen. Vor Gericht erklärte er, er sei eigentlich froh gewesen, denn er habe schon längst das Gefühl gehabt: “Das muss jetzt mal ein Ende haben.” Es sei eigentlich überhaupt nicht sein Lebensentwurf gewesen, was er da gemacht habe, erklärte er. Doch das Leben als “Geschäftsmann” und der teure “Lifestyle” hätten es ihm angetan.

Inzwischen sei ihm bewusst, dass er mit dem Verkauf von gefährlichen Drogen viel Schuld auf sich geladen habe: “Ich bin nicht stolz darauf.” Er habe sich längst von der Szene distanziert und stehe kurz vor einem erfolgreichen Studienabschluss. Geständnis, Reue und eine günstige Sozialprognose retteten ihn jetzt vor dem Gefängnis. Aber 37 000 Euro Schulden hängen dem jungen Mann wie ein Klotz am Bein. Dabei handelt es sich nur um einen Bruchteil seiner Gewinne aus den kriminellen Drogengeschäften. Sie müssten eigentlich als “zusätzliche Strafe” in Form einer Vermögensabschöpfung komplett an den Staat bezahlt werden. Angesichts der hohen Summe machte das Gericht jetzt aber Abstriche, um ihm eine realistische Chance zur Resozialisierung zu geben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Polizei findet statt Waffe aus Darknet Drogen

Der Versuch, eine halb automatische Pistole der Marke Glock samt Magazinen und Munition, ohne im Besitz der hierfür erforderlichen waffenrechtlichen Erlaubnisse zu sein, im sogenannten Darknet zu erwerben, ist einem 28-Jährigen aus dem Landkreis Erding zum Verhängnis geworden. Wie die Polizei mitteilt, führten umfangreiche polizeiliche Ermittlungen der Kripo Erding zu dem Mann aus dem östlichen Landkreis. Aufgrund dieser Erkenntnisse durchsuchten Ermittler der Kripo in den frühen Morgenstunden des vergangenen Freitags die Wohnung des Verdächtigen. Hierbei konnten zwar keine Waffen, jedoch neben einer voll funktionsfähigen Aufzuchtanlage für Marihuana auch geringe Mengen Heroin und Kokain aufgefunden und sichergestellt werden. Des Weiteren hatte sich der Tatverdächtige über das Darknet auch noch einen verbotenen Elektrotaser, der als Taschenlampe getarnt war, illegal besorgt, wie die Polizei weiter mitteilt.

Den Versuch, sich über das Darknet (englisch für “Dunkles Netz”) eine scharfe Waffe zu besorgen, habe der 28-Jährige unumwunden eingeräumt, so die Polizei. Aufgrund seines augenscheinlich psychisch auffälligen Verhaltens wurde der junge Mann dem Gesundheitsamt überstellt und von dort aus in die Isar-Amper-Klinik Taufkirchen eingewiesen.

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