Strafe nach Drogenkauf im Darknet

Fünf Mal hat ein Ehepaar aus dem Kreis Neu-Ulm Amphetamin über das Darknet, einen verschlüsselten Bereich des Internets, bestellt. Mehr als 120 Gramm. Zwei der Bestellungen sind angekommen, drei wurden an Postämtern abgefangen und beschlagnahmt. Über die Lieferadresse waren Fahnder den Konsumenten auf die Spur gekommen, eine Hausdurchsuchung lieferte handfeste Beweise. Nun stand das Paar in Neu-Ulm vor Gericht.

Rund acht Gramm der harten Droge wurden von der Polizei bei der Durchsuchung sichergestellt, der Rest einer 20-Gramm-Lieferung. „Glück im Unglück“ habe das Paar gehabt, dass der Drogenkonsum so früh ruchbar geworden sei, sagte Richter Thomas Mayer. „Das hätte Sie sonst schnell in die Abhängigkeit geführt.“ Verblüfft war er, dass der Ehemann durch eine Sendung im Privatfernsehen auf die Möglichkeit des Drogenerwerbs via Internet aufmerksam geworden sei. Der Zugang ins Darknet, das als Paralleluniversum im Netz gilt, habe keine Hürde dargestellt, sagte der Angeklagte. Die Anleitung habe er sich über ein Video-Portal beschafft.

Führerschein entzogen

Der Mann hat bereits einige Einträge im Bundeszentralregister, zuletzt von 2009 wegen Diebstahls. Die Frau war bislang völlig unbescholten. Mit Drogen hätten sie vorher nie zu tun gehabt, erklärten sie vor Gericht. „Ich wollte meinen Körper pushen“, sagte der Angeklagte. Die Frau: „Man denkt, man muss immer funktionieren.“ Beiden war aufgrund der Ermittlungen der Führerschein entzogen worden, er hat vorläufig seinen Arbeitsplatz verloren. Als strafmildernd wertete Mayer die Kooperationsbereitschaft und Mitwirkung des Paars in einem Abstinenz-Kontrollprogramm. 15 Monate Freiheitsstrafe für ihn, elf Monate für sie, jeweils zur Bewährung, lautete das Urteil. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 18 und 15 Monate zur Bewährung plädiert. Dazu kommen Geldauflagen von 2000 und 500 Euro.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

7 + = 13