Angeklagter bestellte im Darknet Drogen

Ein 27-Jähriger musste sich wegen Drogenbesitzes und -handels vor dem Amtsgericht Neumarkt verantworten.

Vor dem Amtsgericht Neumarkt gab es am Montag eine Verhandlung wegen Drogenbesitzes und -handels. Foto: Endlein

Neumarkt. Recht wortkarg gab sich ein 27-jähriger Angeklagter am Montag vor dem Amtsgericht Neumarkt. Der längste Satz kam ihm am Ende des Prozesses über die Lippen: „Ich möchte nichts mehr dazu sagen“.

Viel gab es da auch nicht mehr zu sagen. Eindeutig war die Beweislage, zu der der 27-jährige Angeklagte außerdem ein umfassendes Geständnis hinzufügte. Wobei das Geständnis Verteidiger Thomas Lößel vortrug. Die von der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift geschilderten Vorwürfe träfen völlig zu, sagte der Anwalt.
LKA nahm Dealer hoch

So soll sich der 27-Jährige im Jahr 2014 und 2015 im sogenannten „Darknet“ Drogen bestellt haben. 2014 waren es laut Staatsanwalt 198 Gramm Marihuana, 2015 100 Gramm Amphetamine. Das erste Paket kam aber nie bei dem Mann aus dem Landkreis Neumarkt an. Das Landeskriminalamt Hessen hatte den Dealer hochgenommen und das Paket mit den Adressdaten beschlagnahmt.

Das Paket mit den Amphetaminen fand hingegen seinen Weg in die Oberpfalz. Davon sind die Ermittler überzeugt – auch wenn es von den Drogen hernach keine Spur mehr gab. Doch ein schriftlicher Beleg mit den Daten des 27-Jährigen, die die Polizei bei einem anderen Dealer gefunden hatte, erhärtete den Verdacht.

Was mit den 100 Gramm Amphetaminen geschehen ist, daran hatte die Anklage keinen Zweifel und wurde durch das Geständnis bestätigt: Die Drogen wurden weiterverkauft. Gleiches soll der Angeklagte mit der ersten Lieferung vorgehabt haben. „Das sehen wir schon gleich gar nicht gerne“, kommentierte Richter Rainer Würth die Dealeraktivitäten des 27-Jährigen.
Mann war der Polizei nicht bekannt

Dennoch sprach auch einiges für den Mann. Neben dem Geständnis brachte auch die Aussage eines Polizisten, dass der 27-Jährige bislang der Polizei nicht weiter bekannt gewesen sei, Pluspunkte beim Gericht. „Das haben wir selten, dass bei Vergehen dieser Schwere keine Vorstrafen vorhanden sind“, sagte Richter Würth.

In Abwägung aller Punkte kam das Schöffengericht schließlich zum Urteil: ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe. Allerdings wird diese zur Bewährung ausgesetzt, da die Sozialprognose des berufstätigen und sozial integrierten Mannes gut sei. Allerdings muss der 27-Jährige eine Geldauflage von 2500 Euro und weitere 285 Euro zahlen. Letztere sind der Wert der 100 Gramm Amphetamine, die der Mann verkauft hat. (en)

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