Schlag gegen Drogenhandel im Darknet – vier Beschuldigte in Haft

KOBLENZ/FRANKFURT – Einen regelmäßigen Lieferservice für Drogen sollen vier Beschuldigte im Darknet aufgebaut haben, die in der Nähe von Regensburg verhaftet wurden. Ihr deutschsprachiges “Darknet Market Forum” soll Cannabis, Amphetamin, Heroin, Kokain und Ecstasy-Pillen vertrieben haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Montag mitteilte. Die Ermittlungen werden von der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) im rheinland-pfälzischen Koblenz geführt, deren Fahnder das Netz über mehrere Monate hinweg beobachtet hatten.

Als Darknet werden abgeschlossene Gruppen im Netz bezeichnet, die in keiner Datenbank von gängigen Suchmaschinen verzeichnet sind. Die Ermittlungsbehörden schätzen das tägliche weltweite Umsatzvolumen mit Drogen im Darknet auf 300 000 bis 500 000 Dollar. Neben illegalen Zielen dient das Darknet auch der Vernetzung von Dissidenten.

“Wir haben Aufrufe dieser Seite in einem insgesamt sechsstelligen Bereich”, sagte Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer über das “Darknet Market Forum”. Die Bestellungen erfolgten anonymisiert über Bitmessage – das ist ein dezentrales System für den Austausch verschlüsselter Mitteilungen. Gezahlt wurde in der digitalen Kunstwährung Bitcoin. Geliefert wurde auf dem Postweg. “Die Beschuldigten warben damit, innerhalb eines Tages zu liefern, was eine ständige Verfügbarkeit der angebotenen Drogen voraussetzt”, erklärten die Ermittler.

Bei einer Durchsuchung an sechs Plätzen im Großraum Regensburg wurden am Donnerstag vergangener Woche elf Kilogramm Amphetamin, 250 Gramm Heroin, 150 Gramm Kokain, 645 Gramm Marihuana und 1425 Ecstasy-Pillen sichergestellt. Außerdem fanden die Beamten eine in einem Gebäude eingerichtete Plantage mit 72 Cannabis-Pflanzen. Die sichergestellten Drogen haben einen Marktwert von etwa 130 000 Euro. Einer der Verdächtigen Täter war im Besitz von Bitcoins im Wert von rund 340 000 Euro. Beschlagnahmt wurden auch Computer und Datenträger.

Der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Koblenz erließ am Freitag Haftbefehl gegen die vier Beschuldigten, die nun in Untersuchungshaft sind. Der jüngste ist 25 Jahre alt, zwei von ihnen sind 31 Jahre alt, einer ist 54-jährig. Die Beschuldigten machten bisher keine Angaben zum Tatvorwurf.

An den Ermittlungen sind auch die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main beteiligt. Mitgewirkt haben auch das Polizeipräsidium Oberpfalz und das Zollfahndungsamt München. Zu Einzelheiten der verdeckten Ermittlungen machte die Generalstaatsanwaltschaft keine Angaben. Die ersten Hinweise seien von der Polizei in Rheinland-Pfalz gekommen. Die Zuständigkeit von Koblenz ergebe sich auch daraus, dass “einige Lieferungen in unseren Raum gekommen sind”, sagte Brauer. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es nach der Anklageerhebung zu einem Prozess vor dem Landgericht Koblenz komme.

Nach Ermittlungen im Darknet haben Drogenfahnder vier Verdächtige festgenommen, die in diesem verdeckten Bereich des Netzes einen Lieferservice für Cannabis, Heroin oder Kokain aufgebaut haben sollen. Nach einer Durchsuchung an sechs Plätzen in Ostbayern am Donnerstag vergangener Woche wurde Haftbefehl gegen die Beschuldigten im Alter von 25 bis 54 Jahren erlassen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Montag mitteilte. An den Ermittlungen sind neben der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) in Koblenz auch die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main beteiligt.

Gegen vier Männer im Alter zwischen 25 und 54 Jahren ist am vergangenen Freitag Haftbefehl ergangen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Montag mit. Die Verdächtigen sollen im Darknet, dem verdeckten Bereich des Netzes, einen Lieferservice für Drogen betrieben haben. Sie sollen unter anderem nach Mainz und Koblenz geliefert haben.

Bei sechs Durchsuchungen in der Nähe von Regensburg fanden die Fahnder elf Kilo Amphetamin, 250 Gramm Heroin, 150 Gramm Kokain, mehr als 600 Gramm Marihuana und rund 1.400 Ecstasy-Pillen. Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Drogen einen Marktwert von 130.000 Euro haben.

Drogenservice per Brief

Die Beschuldigten sollen im Darknet damit geworben haben, Drogen innerhalb eines Tages per Post liefern zu können. Die Bezahlung erfolgte demnach über Bitcoins, eine anonyme Währung im Netz. Bei einem der Verhafteten fanden die Ermittler Bitcoins im Wert von rund 340.000 Euro. Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer haben mehr als 100.000 Nutzer die Drogenplattform im Darknet besucht. Die beschuldigten Männer machten bislang zu den Vorwürfen keine Angaben.

An den Ermittlungen waren neben der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) in Koblenz auch die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main beteiligt.

Wie gingen die Fahnder vor?

Wie genau die Fahnder zum Erfolg kamen, wollten sie am Montag nicht preisgeben. Bei Recherchen im Darknet müssen Ermittler häufig einen Umweg gehen: Weil sie die Datenverbindungen im Netz nicht abfischen können, versuchen sie, den Postweg der versandten Waren zurückzuverfolgen.

Kritiker des Darknets sagen, dass dort häufig Waffen, Drogen oder Falschgeld verkauft würden. Doch es gibt auch Befürworter der Technologie: Dadurch, dass Computer direkt und dezentral miteinander vernetzt würden, könnten Regimekritiker in Diktaturen anonym miteinander kommunizieren, ohne Repressalien fürchten zu müssen.

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