Alphabay: Darknet-Marktplatz leakt Privatnachrichten durch eigene API

Ein illegaler Marktplatz für Drogen und Waffen wollte seinen Händlern mit einer API das Leben erleichtern. Doch das ging ordentlich daneben.

Der Darknet-Marktplatz Alphabay hat vor einigen Tagen eine Programmierschnittstelle (API) freigeschaltet, doch offenbar hat die Software schwere Sicherheitslücken gehabt, wie Reddit-Nutzer bestätigen. Mit der Schnittstelle sollte es Mitgliedern des Marktplatzes ermöglicht werden, automatisiert auf bestimmte Funktionen des Marktplatzes zuzugreifen. Offenbar ging der Zugriff allerdings etwas zu weit.

Über die API habe er Zugriff auf private Nachrichten zwischen verschiedenen Nutzern und Händlern bekommen, schreibt ein Reddit-Nutzer im Alphabay-Thread. Wer den API-Key “/api.php?apikey=ENTER_YOUR_API_KEY_HERE&module=messages&\ id=ENTER_ANY_NUMBER_TO_VIEW_USERS_MESSAGES” manipuliere, könne auf alle PMs anderer Nutzer zugreifen.

Drohungen gegen Marktplatzbetreiber

Der Fehler wurde mittlerweile behoben, der Marktplatz war zwischenzeitlich offline. Alphabay gilt zurzeit als einer der größten Marktplätze für Drogen, Waffen und illegale Software. Die Nutzer der Plattform reagieren gereizt. Auf die Löschung eines Reddit-Diskussionsstrangs zur vorübergehenden Schließung reagierten Nutzer verärgert. Alphabay schrieb daraufhin: “Ja, wir haben Mist gebaut. Aber das ist kein Grund, hier mit Millionen Drohungen zu reagieren.”

Angeblich hat der Entdecker des Fehlers sogar einen Bug-Bounty bekommen. Die Zahlung dürfte eher in Bitcoin abgewickelt werden als über Hackerone oder Bugcrowd. Der Bug wurde nicht nur im offenen Reddit-Thread bestätigt, sondern auch im Forum auf der .Onion-Seite von Alphabay.

Viele der Nachrichten auf der Seite werden mit PGP verschlüsselt – das wird von den Betreibern auch empfohlen. Doch es finden sich auch unverschlüsselte Nachrichten verunsicherter Käufer: “Hey Bro, kannst du die Sendung bitte verschicken oder das Geld zurückschicken. Ich warte immer noch. Bitte betrüge mich nicht. Ich habe mir den Arsch dafür abgearbeitet”, soll ein Nutzer geschrieben haben.

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