Generalstaatsanwaltschaft Koblenz: Internet-Ermittler gegen Internet-Kriminelle

Das Internet eröffnet Straftätern ganz neue Möglichkeiten. Deshalb müssen auch die Ermittler weltweit agieren und Fachwissen haben: So wie die Cybercrime-Spezialisten aus Koblenz.

Die drei Koblenzer Staatsanwälte von der Landeszentralstelle Cybercrime werden vor allem dann aktiv, wenn es um organisierte Kriminalität im Internet geht. Und zwar um international agierende Banden, sagt Staatsanwalt Eric Samel. Dabei gehe es unter anderem um Waffenhandel, Drogen oder Kinderpornographie im großen Stil. Das alles wird im Internet gehandelt, allerdings nicht offen, sondern auf einer Art Schwarzmarkt und rund um den Globus, dem sogenannten “Darknet”.

Waffen oder Drogen per Post

Den Käufern werden die Drogen oder Sexvideokassetten nicht mehr wie früher in dunklen Ecken heimlich zugesteckt, sondern werden vom Postboten gebracht. Oberstaatsanwalt Jörg Angerer erklärt, der Schwarzmarkt im Internet funktioniere wie ein ganz normaler Handelsplatz. “Im Darknet treten die Händler mit ihren Shops auf. Und dann werden die Kunden ganz normal per Post beliefert.”

Die Adressen dieser Shops herauszubekommen und die Täter dingfest zu machen, das ist mühsame Kleinarbeit. Bei den Polizeipräsidien des Landes sitzen gut ausgebildete Computerspezialisten, die sämtliche Spuren im Netz verfolgen. Was sie herausbekommen, geben sie an die drei Staatsanwälte der Landeszentralstelle Cybercrime in Koblenz weiter, so Oberstaatsanwalt Angerer. “Wenn wir die Adressen haben, versuchen wir natürlich an die Händler heran zu kommen.” Wie genau das funktioniert, verrät er nicht.

Weltweite Ermittlungen

Die Ermittlungen müssen fast immer länderübergreifend geführt werden. Das ist ein großes Problem: Denn die internationale Zusammenarbeit zwischen Kriminellen läuft offensichtlich sehr viel besser und schneller als die zwischen den Behörden. Da ist es schon leichter, wenn der Tatverdächtige sozusagen ums Eck wohnt, sagt Staatsanwalt Eric Samel. Er bezieht sich damit auf den Fall eines jungen Mannes aus dem Großraum Koblenz, der im vergangenen Jahr für Aufsehen sorgte.

Der Beschuldigte hatte sich die öffentlich zugänglichen, persönlichen Daten Prominenter besorgt und damit Konten bei einem Internetbezahldienst eröffnet. Über sie kaufte er Prepaid-Telefonkarten, die er später weiter verkaufte. Die ahnungslosen Opfern bekamen dann die Rechnungen für die Telefonkarten. Dieser mutmaßliche Täter wird demnächst vor Gericht stehen. Er ist einer der ersten, den die neue Landeszentralstelle Cybercrime vor Gericht bringt.

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