Seit dem Ende von Silk Road kaufen mehr Leute denn je Drogen im Darknet

Vor zwei Jahren wurde die erste Version von Silk Road nach einer spektakulären Aktion abgeschaltet. Dabei haben die Ermittler nicht nur den Administrator Ross Ulbricht festgenommen, sondern wollten auch ein Zeichen gegen den florierenden Drogenhandel im Darknet setzen.

Die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Global Drug Survey 2015 belegen nun, dass der Plan nicht aufgegangen ist: Seit Silk Road 1.0 im Oktober 2013 offline ging, haben mehr Menschen als je zuvor Drogen im Darknet bestellt. Die Statistik gilt als wohl umfassendste Untersuchung zum globalen Drogenkonsum und basiert auf Daten von 100.000 Menschen in 50 Ländern. Wirklich repräsentativ für den globalen Konsum kann die Studie allerdings nicht sein, wie das Online-Magazin Fusion kritisierte: Über 91 Prozent der Befragten stellten sich als weiß heraus, ein Drittel aller Teilnehmer kam übrigens aus Deutschland.

In der Studie erklären einige der anonym Befragten, warum sie sich dafür entscheiden, Drogen im Internet zu beziehen: Die Gefahr, dass ein Einkauf in Gewalt ausarte, sei deutlich geringer, und die Qualität der Drogen sei besser. Außerdem „wird der Straßenhandel zurückgedrängt. Rund die Hälfte der Befragten erklärten, dass sie im Darknet dieselben Drogen wie auf der Straße beziehen, während ein Drittel angab im Darknet eine „größere Auswahl“ an Substanzen zu kaufen.

Laut der Studie sind die beliebtesten Substanzen auf der Darknet-Einkaufsliste: Ecstasy in Pulverform, LSD und MDMA-Pillen. Auf den Plätzen vier bis sechs folgen verschiedene Marihuana-Formen, während Kokain auf Platz sieben landete.

25 Prozent der Studienteilnehmer gaben an im Jahr 2015 das erste Mal online Drogen gekauft zu haben. Das ist eine Zunahme um 9 Prozent.

Interessanterweise handelt es bei drei der vier führenden Länder, in denen Menschen Drogen online kauften, um skandinavische Länder, in denen versucht wird, eine strikte Nulltoleranzpolitik in Sachen Drogen umzusetzen. Die Forscher, die die Studie durchführten, leiteten daraus ab, dass eine „Zero-Tolerance-Strategie dazu führen kann, dass Drogenkonsumenten sich nach anderen Quellen umschauen.“ Die Daten der Studie halten also auch für die Drogenpolitik der Zukunft wichtige Hinweise bereit.

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